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die TQM Abkürzungen und Begriffe

Begriffe mit N

Nacharbeit


[DIN EN ISO 9000:2000]

Maßnahme an einem fehlerhaften Produkt, damit es die Anforderungen erfüllt.

A: Im Unterschied zur Nacharbeit kann eine Reparatur Teile des fehlerhaften Produkts beeinflussen oder verändern.


Nachausrüstungs-Teile


[QS 9000]

Kundendienstteile, die nicht vom OEM-Kunden beschafft oder für Kundendienstzwecke freigegeben wurden. Es kann sein, daß diese nicht nach den Original-Spezifikationen hergestellt worden sind.


Nachweis


[DIN EN ISO 8402]

Informationen, deren Richtigkeit bewiesen werden kann, und die auf Tatsachen beruht, welche durch Beobachtung, Messung, Untersuchung oder durch andere Ermittlungsverfahren (siehe Ermittlungsergebnis) gewonnen sind.

[E DIN EN ISO 9000 : 2000-01]

Daten, die die Existenz oder Wahrheit von etwas bestätigen.

A: Nachweise können durch Beobachtung, Messung, Test oder mit anderen Mitteln erbracht werden.


Nationales Normal


[DIN ISO 10012-1]

Normal, das durch einen offiziellen nationalen Beschluß als Grundlage zur Festlegung des Wertes aller anderen Normale der betreffenden Größe in einem Land anerkannt ist.

A 1: Das nationale Normal eines Landes ist oft ein "Primärnormal".

DGQ:

A 2: Nationale Normale sind beispielsweise in Deutschland die Normale der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt.

A 3: Ein internationale Normal ist ein Normal, das durch ein internationales Abkommen als Basis zur Festlegung des Wertes aller anderen Normale der betreffenden Größe anerkannt ist.

A 4: Ein nationales Normal ist oft zugleich Primärnormal, also ein Normal, das auf einem speziellen Anwendungsgebíet "die höchsten metrologischen Forderungen erfüllt". Ein Primärnormal wird nicht unmittelbar für Messungen benutzt, sondern nur bei Vergleichsmessungen mit Sekundärnormalen oder Bezugsnormalen.

A 5: Ein Sekundärnormal ist ein Normal, das mit einem Primärnormal verglichen wird.


Natürliche Einheit


[DIN 55350-14]

In einem Prozeß entstandenes abgegrenztes Stück.

A 1: Eine natürliche Einheit ist beispielsweise ein Apfel, eine Schraube, eine Glühlampe oder ein Fernsehempfangsgerät.

DGQ:

In einem natürlichen oder durch Menschen geplanten und überwachten oder einem kombinierten Prozeß entstandenes, abgegrenztes Stück.

A 2: Siehe auch die übergeordnete Produktkategorie Hardware.


Natürliche Prozeßgrenzen


[DIN 55350-33]

Grenzen des natürlichen Prozeßbereichs.

A: Für normalverteilte Grundgesamtheiten wird der Abstand der natürlichen Prozeßgrenzen vom Prozeßmittelwert oft auf das Dreifache der Standardabweichung σ für die Prozeßgesamtstreuung festgelegt. Die 3-σ-Grenzen schließen bei einem beherrschten Prozeß, dessen Erwartungswert und Standardabweichung konstant sind, etwa 99,73% der Werte eines Prozeßmerkmals ein.


Natürlicher Prozeßbereich


[DIN 55350-33]

Zweiseitiger Zufallsstreubereich der Werte eines Prozeßmerkmals zur Wahrscheinlichkeit (1 - α).

A 1: Häufig wird eine Wahrscheinlichkeit (1 - α) von 99% festgelegt.

A 2: Die Grenzen des natürlichen Prozeßbereichs sind Bestandteil dessen.


Nebenfehler


[DIN 55350-31]

Fehler, der voraussichtlich die Brauchbarkeit für den vorgesehenen Verwendungszweck nicht wesentlich herabsetzt, oder ein Abweichen von den geltenden Festlegungen, das den Gebrauch oder Betrieb der Einheit nur geringfügig beeinflußt.

DGQ:

Fehler, der nicht Hauptfehler ist und bei dessen Entstehen für die betroffene Umgebung keine wesentlichen Folgen wirksam werden.

A 1: Für einen speziellen Fall ist festzulegen, welche Fehlerfolgen als "nicht wesentlich" eingestuft werden können, z.B. nach einer Abschätzung des Risikos.

A 2: Bei Bedarf können Nebenfehler in 2 Klassen unterteilt werden:

  • Nebenfehler A = Beeinträchtigung der Brauchbarkeit in geringem Umfang;
  • Nebenfehler B = Keine Beeinträchtigung der Brauchbarkeit.

Nennwert


[DIN 55350-12]

Wert eines quantitativen Merkmals zur Gliederung des Anwendungsbereichs.

A 1: Der Nennwert ist oft unter Verwendung einer gerundeten Zahl ausgedrückt.

A 2: Ist ein Nennwert vorgegeben, können Grenzabweichungen oder Abweichungsgrenzbeträge auf ihn bezogen werden. Bei Längenmaßen gilt als Bezugswert für Grenzabweichungen sogar in aller Regel das Nennmaß. Man nennt sie "Grenzabmaße".

A 3: In der inhaltsgleichen Nennwert-Definition nach DIN 40200 ("Geeigneter gerundeter Wert einer Größe zur Bezeichnung oder zur Identifizierung eines Elements, einer Gruppe oder einer Einrichtung") ist die obige Anm. 1 enthalten.

DGQ:

A 4: Vom Nennwert zu unterscheiden ist der Bemessungswert. Er ist ein "für vorgegebene Anwendungsbedingungen vorgegebener Wert eines quantitativen Merkmals, der von dem festgelegt wird, der die Qualitätsforderung an die Einheit festlegt". Ein Beispiel ist eine Glühlampe mit dem Nennwert von 220 V und einem Bemessungswert von 235 V. Erst oberhalb des Bemessungswertes ist die Glühlampe durch Spannungsspitzen zerstörungsgefährdet.

A 5: Bemessungswert und Nennwert können zusammenfallen.


Netzplan


Geordnete Abbildung der Aufeinanderfolge sowie sich ergebender Abhängigkeiten von Schritten bzw. Ereignissen zur Unterstützung der Planung und Überwachung eines zeitlich festgelegten Vorgangs.


Netzplantechnik (NPT)


Mit dieser Methode werden Projekte in die Teilaktivitäten zerlegt und deren Abhängigkeiten (parallel oder hintereinander) festgelegt. Auf diese Weise kann ermittelt werden, auf welchem Weg keine Verzögerung eintreten darf, wenn das gesamte Projekt nicht gefährdet werden soll (kritischer Weg).


Neueinstufung


[DIN EN ISO 9000:2000]

Änderung der Anspruchsklasse eines fehlerhaften Produkts, damit es Anforderungen erfüllt, die von den ursprünglichen abweichen.


NG


Gesamtnutzungsgrad = das Verhältnis von Maschinenlaufzeit zur Planbelegungszeit. - NG = TLauf / TB


Nichtauftragsbezogenes Prüfergebnis


[DIN 55350-18]

Im Sinne der Norm DIN 55350-18 Prüfergebnis, erzielt an Produkten, die unter gleichen Bedingungen entstanden sind wie die Produkte, die zum Auftrag gehören.

A: Ein auf dieser Grundlage ausgestelltes Qualitätsprüf-Zertifikat heißt Herstellerzertifikat.


Nichtkonformität


siehe Fehler


Nichtparametrischer Test


siehe Verteilungsfreier Test


Nichtspezifische Prüfung


[EN 10204:2004]

Vom Hersteller nach ihm geeignet erscheinenden Verfahren durchgeführte Prüfungen, durch die ermittelt werden soll, ob die nach einem bestimmten Verfahren hergestellten Erzeugnisse den in der Bestellung festgelegten Anforderungen genügen.

Die geprüften Erzeugnisse müssen nicht notwendigerweise aus der Lieferung selbst stammen.


Nominalmerkmal


[DIN 55350-12]

Qualitatives Merkmal, für dessen Merkmalswert keine Ordnungsbeziehung besteht.

A 1: Statistische Auswertungsverfahren zu dieser Merkmalsart: DIN 53804-4.

A 2: Die topologische Skala heißt "Nominalskala".

A 3: Weil keine Ordnungsbeziehung besteht, kann man nur "gleich" oder "ungleich" erkennen. Deshalb ist auch jede beliebige Anordnung der Werte wählbar. Z.B. sind die Erdbeerfarben "grün", "weiß" und "rot" einer Nominalskala zugeordnet. Ein weiteres Beispiel ist die Zuordnung eines Ziffernschlüssels zu Berufsgruppen für eine Berufsgruppenstatistik.

A 4: Der Merkmalswert eines Nominalmerkmals wird häufig auch "Attribut" genannt. Ein Nominalmerkmal mit nur zwei möglichen Merkmalswerten heißt "dichotomes Merkmal", "Binärmerkmal" oder "Alternativmerkmal".

A 5: Die Benennungen "klassifikatorisches Merkmal" oder "Attributmerkmal" werden nicht empfohlen.


Norm


[DIN 66066-3]

Dokument, das mit Konsens erstellt und von einer anerkannten Institution angenommen wurde und das für die allgemeine und wiederkehrende Anwendung Regeln, Leitlinien oder Merkmale für Tätigkeiten oder deren Ergebnisse festlegt, wobei ein optimaler Ordnungsgrad in einem gegebenen Zusammenhang angestrebt wird.

A: Normen sollen auf den gesicherten Ergebnissen von Wissenschaft, Technik und Erfahrung basieren und auf die Förderung optimaler Vorteile für die Gesellschaft abzielen.


Normal


[DIN ISO 10012-1]

Maßverkörperung, Meßgerät, Referenzmaterial oder Meßeinrichtung, die den Zweck hat, eine Einheit oder einen oder mehrere Größenwerte festzulegen, zu verkörpern, zu bewahren oder zu reproduzieren, um diese an andere Meßgeräte durch Vergleich weiterzugeben.

Beispiele:

a) 1-kg-Massennormal

b) Parallelendmaß

c) 100-Ω-Widerstandsnormal

d) Weston-Normalelement

e) Cäsium-Atom-Frequenznormal

f) Kortisollösung im Humanserum als Konzentrationsnormal

DGQ:

Maßverkörperung, Referenzmaterial, Meßgerät oder Meßeinrichtung mit dem Zweck, eine (Meß-) Einheit darzustellen, zu bewahren oder zu reproduzieren, um diese an andere Meßgeräte durch Vergleich weiterzugeben.

A 1: Statt der (Maß-)Einheit kommen auch ein oder mehrere bekannte Werte eines kontinuierlichen Merkmals (einer Größe) in Betracht.

A 2: Normale werden vorwiegend zur Kalibrierung, Justierung und Eichung benötigt.

A 3: Beispiele für eine Maßverkörperung sind ein Gewichtsstück, Volumenmaß, Parallelendmaß, ein Normal für einen elektrischen Widerstand. Maßverkörperungen sind Meßgeräte, obwohl sie weder Eingangsgrößen erfassen, noch einen Beitrag zur zufälligen Meßabweichung verursachen, noch eine Ausgangsgröße liefern.


Normale Prüfung


[DGQ]

Prüfung nach einer Stichprobenanweisung, deren Operationscharakteristik im Zusammenhang mit weiteren Regeln des betreffenden Stichprobensystems bezüglich ihrer Prüfschärfe für den Normalfall als angemessen angesehen wird.

A: Die normale Prüfung wird auch als "normale Beurteilungsstufe" bezeichnet. Dabei ist die Beurteilungsstufe ein in das Stichprobensystem mit den Regeln zum Verfahrenswechsel eingebautes Mittel zur flexiblen Anpassung von Annahmerisiken und Prüfaufwand an die Qualität der aufeinanderfolgenden Prüflose.


Normalverfahren


[DGQ]

Verfahren zur Darstellung der (Meß-)Einheit einer physikalischen Größe ohne Maßverkörperung.

A 1: Normalverfahren beruhen auf den Merkmalen eines Gegenstandes oder auf der Nutzung physikalischer Konstanten.

A 2: Normalverfahren werden auch zur Kalibrierung, Justierung und Eichung von Prüfmitteln benutzt.

A 3: Vielfach wird für ein Merkmal oder für mehrere Merkmale und ihre Werte ein "Normal-Meßobjekt" benutzt. Es dient zur kurzfristig-periodischen Feststellung, ob ein diese Werte feststellendes Prüfmittel unverändert gegenüber der vorausgehenden Feststellung das gleiche Ergebnis liefert. Siehe auch Prüfmittelüberwachung.


Normalverteilung


[QS 9000]

Eine kontinuierliche, symmetrische, glockenförmige Häufigkeitsverteilung für kontinuierliche Merkmale, die die Basis für Qualitätsregelkarten der kontinuierlichen Merkmale ist. Wenn Messungen auf eine Normalverteilung hindeuten, liegen etwa 68,26% aller Einzelwerte innerhalb plus oder minus einer Einheit der Standardabweichung um den Mittelwert (der Verteilung), ungefähr 95,44% liegen innerhalb plus oder minus zweier Einheiten der Standardabweichung um den Mittelwert (der Verteilung), während etwa 99,73% innerhalb plus oder minus dreier Einheiten der Standardabweichung um den Mittelwert (der Verteilung) liegen. Diese Prozentsätze sind die Basis für die Festlegung der Eingriffsgrenzen und Analysen mittels Qualitätsregelkarten (da Mittelwerte der Stichprobe dahingehend tendieren, eine Normalverteilung zu bilden, selbst wenn das für die Grundgesamtheit bzw. die Merkmale des Endproduktes nicht gilt). Sie sind auch die Basis für viele Fähigkeitsentscheidungen (da die Merkmale von Endprodukten in vielen industriellen Prozessen der Normalverteilung folgen).


Normatives Dokument


[DIN 66066-3]

Dokument, das Regeln, Leitlinien oder Merkmale für Tätigkeiten oder deren Ergebnisse festlegt.

A 1: Der Fachausdruck ,normatives Dokument" ist ein Ausdruck für einen Oberbegriff, der solche Dokumente wie Normen, technische Spezifikationen, Anleitungen für die Praxis und Vorschriften umfaßt.

A 2: Als Dokument wird jeder Informationsträger verstanden.

A 3: Die Ausdrücke für verschiedene Arten normativer Dokumente sind so definiert, daß sie das Dokument und seinen Inhalt als Einheit betrachten.


Notfallplan


[ISO/TS 16949]

Ein Plan, der die Bewältigung unerwarteter Situationen sicherstellt (Unterbrechung in der Energieversorgung, Personalmangel oder Ausfall von wichtigen Anlagen), um die Lieferung des Produkts kontinuierlich zu gewährleisten.


Null-Fehler-Prinzip


Vorgabe der absoluten Fehlervermeidung.


Nullfehlerprogramm


[DGQ]

Qualitätsbezogenes Motivierungs- und Aktionsprgramm mit dem Ziel einer fortlaufenden Verminderung der Anzahl vorkommender Fehler in allen Bereichen der Organisation.


Nullhypothese


[DGQ]

Aussage, durch die aus der Menge der für den statistischen Test insgesamt zugelassenen Wahrscheinlichkeits-verteilung eine Teilmenge ausgewählt wird.

A 1: Bezeichnung Ho.

A 2: Die Teilmenge wird – möglichst – so ausgewählt, daß die Aussage nicht mit der zu prüfenden Vermutung vereinbar ist. Siehe Anm. zu Statistischer Test.

A 3: Siehe auch Anm. zu Alternativhypothese.


Nutzwertanalyse


Die Nutzwertanalyse ist ein Werkzeug für die Entscheidungsvorbereitung. Die Berücksichtigung von Kriterien, die nur schwer quantifiziert werden können, wie z.B. Sicherheit, Komfort, Flexibilität, Markenanteil oder Betriebsklima führt zu sehr komplexen Entscheidungsaufgaben. Dabei kann es sich u.a. um die Entscheidung über den langfristigen Auf- oder Abbau von Unternehmenskapazitäten, die Gestaltung von Organisationsformen oder auch die Auswahl eines Informationssystems handeln. Derartige Entscheidungen sind schwierig, weil:

  • In großem Umfang der Unternehmenserfolg zukünftiger Perioden beeinflußt wird.
  • Fehlentscheidungen oft nur schwer und mit hohen finanziellen Einbußen korrigiert werden können.
  • Die Wirkung aufgrund der großen Zeitspanne nur schwer prognostiziert werden kann.

Wie soll beispielsweise der Erfolg von Investitionen in die Schulung von Mitarbeitern oder der Ertrag von Forschungs- und Entwicklungsprojekten gemessen werden? Die traditionellen, auf monetären Kennzahlen beruhenden Verfahren der Investitionsrechnung reichen für die Entscheidungsvorbereitung nicht aus.

Die Nutzwertanalyse ist daher für das TQM-gerechte Controlling eine notwendige Ergänzung der finanzwirtschaftlichen Verfahren der Investitionsrechnung. Im Rahmen einer festgelegten Planungsmethodik können verschiedenartige Zielkriterien gleichzeitig eingebunden werden. Dies führt zu einer rationalen Auswahl zwischen komplexen Entscheidungsalternativen.

Die Nutzwertanalyse kann auch zur Personalbeurteilung, Lieferantenbewertung oder für Produktvergleiche eingesetzt werden und findet sich in abgewandelter Form in den Werkzeugen der Selbstbewertung und des House of Quality wieder.


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