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TOTAL QUALITY - Lexikon

die TQM Abkürzungen und Begriffe

Begriffe mit S

Sachkundiger


[DIN EN ISO 9000:2000]

Audit- Person, die spezielle Kenntnisse oder Fachwissen zu einem zu auditierenden Sachgebiet zur Verfügung stellt.

A 1: Spezielle Kenntnisse oder Fachwissen enthalten sowohl Kenntnisse oder Fachwissen über die Organisation, den Prozeß oder die zu auditierende Tätigkeit als auch sprachliche oder kulturelle Beratung.

A 2: Ein Sachkundiger handelt nicht als Auditor des Auditteams.


Sachverständiger


[E DIN EN ISO 9000 : 2000-01]

Person, die spezielle Kenntnisse oder Fachwissen zu einem bestimmten zu auditierenden Sachgebiet zur Verfügung stellt.


Sammelprobe


[DIN 55350-14]

Probe, die durch Zusammenfassung von Einzelproben oder Teilproben entsteht.


Sarashikubi


Sichtbarmachung von Ausschuß im Betrieb.


Schaden


[DGQ]

Nachteil durch Verletzung von Rechtsgütern aufgrund eines anzugebenden technischen Zustandes, Ereignisses oder Vorgangs (Prozesses).

A 1: Der Schaden ist zunächst umfassend derart zu sehen, daß jede kausale auf dem Schadenereignis beruhende Rechtsgutverletzung einbezogen ist.

A 2: Sollen spezielle Folgen eines zum Schaden führenden Ereignisses bei der Risikoabschätzung unberücksichtigt bleiben, so hat diese Wertung im Rahmen der Ermittlung des Grenzrisikos bzw. der sicherheitstechnischen Festlegungen zu erfolgen.

A 3: Unter Schädigung versteht man entweder den Schadensvorgang oder den Zustand nach eingetretenem Schaden.


Scharparameter


[DGQ]

Größe in der Formel von parametrischen Verteilungen, die eine spezielle Wahrscheinlichkeitsdichte, Wahrscheinlich-keitsfunktion oder Verteilungsfunktion festlegt.

A: Ein Scharparameter kann zugleich Funktionsparameter sein.


Schätzfunktion


[DGQ]

Kenngröße zur Schätzung eines Parameters.

A: Der Wert einer Schätzfunktion heißt "Schätzwert", bei Betragsverteilungen "Schätzbetrag" (s. Anm. zu zentrierte Zufallsgröße).


Schiefe


[DGQ]

Erwartungswert der dritten Potenz der standardisierten Zufallsgröße.


Schlechtzahl


siehe Rückweisezahl


Schließmerkmal


[DIN 55350-12]

Quantitatives Merkmal, das sich aus dem Zusammenwirken voneinander unabhängiger Einzelmerkmale in einer Merkmalskette ergibt.

A 1: Siehe die Anm. zu Merkmalskette.

A 2: Beispiele für Werte von Schließmerkmalen linearer Merkmalsketten bei Längenmaßen sind die Dicke des Blechpakets für einen Transformatorkern oder das Maß des Luftspalts bei einem Elektromotor.


Schließtoleranz


[DIN 55350-12]

Abgestufte Toleranz für ein Schließmerkmal.

A: Man unterscheidet zwischen dem unwirtschaftlichen Fall der "arithmetischen Schließtoleranz" als der Summe der abgestuften Einzeltoleranzen, dem Idealfall der "quadratischen Schließtoleranz" als der positiven Quadratwurzel aus der Summe der Quadrate der abgestuften Einzeltoleranzen, und der dazwischen liegenden "statistischen Schließtoleranz". Diese wiederum wird unterschieden nach der optimalen und der aufgrund des eingesetzten Ermittlungsaufwands anwendbaren. Die anwendbare statistische Schließtoleranz ist in der Regel ungünstiger (enger) als die optimale.


Schwachstellenanalyse


Ermittlung von Schwachstellen.


second party


Lieferantenaudit; Qualitätsaudit durch den Kunden.


Seiketsu


Persönlicher Ordnungssinn, siehe auch 5 S.

Persönliche Sauberkeit und Ordnung sollen zur Gewohnheit werden, indem jeder Mitarbeiter damit bei sich selbst und an seinem Arbeitsplatz beginnt.


Seiri


Ordnung schaffen, siehe auch 5 S.

Ordnung schaffen bedeutet, das Notwendige vom nicht Notwendigen zu unterscheiden und alles nicht Notwendige vom Arbeitsplatz zu entfernen. Dies bezieht sich speziell auf hohe Umlaufbestände, unnötiges Werkzeug, fehlerhafte Teile sowie überflüssige Papiere.


Seiso


Sauberkeit, siehe auch 5 S.

Der geordnete Arbeitsplatz einschließlich Maschinen und Werkzeuge ist sauber zu halten.


Seiton


Ordnungsliebe, siehe auch 5 S.

Zur Aufrechterhaltung der geschaffenen Ordnung werden die für notwendig erachteten Arbeitsmittel in einwandfreien Zustand gebracht und zum Gebrauch bereitgestellt, wobei jeder Gegenstand griffbereit an seinem richtigen Platz aufbewahrt werden soll.


Selbstbewertung


Die Selbstbewertung ist wesentlicher Bestandteil im Regelkreis des TQM-gerechten Controllings. Sie dient der methodischen Informationsbeschaffung. Der Maßstab für das TQM-gerechte Controlling ist das EFQM-Modell. Umfassend, systematisch und regelmäßig sind die Strukturen, Abläufe und Tätigkeiten des Unternehmens zu überprüfen, um die Frage zu beantworten: "Wo stehen wir und wie sind wir dorthin gekommen?".

Der Selbstbewertungsprozeß bietet dem Unternehmen die Möglichkeit zu erkennen:

  • wo Stärken und Verbesserungspotentiale im Unternehmen liegen,
  • wie weit das Unternehmen auf dem Weg zu unternehmerischen Spitzenleistungen mittels TQM vorangekommen ist, welchen Weg es noch vor sich hat und, mit Hilfe des Benchmarking, wie es im Vergleich zu anderen abschneidet.

Aus diesen Gründen sollte eine Selbstbewertung der erste Schritt auf dem Weg des TQM sein. Aufbauend auf dem aufgezeigten Handlungsbedarf können mit Hilfe des House of Quality klare Impulse für die Festlegung strategischer und operativer Ziele gegeben werden.


Selbstprüfung


[DIN EN ISO 8402]

Prüfung der Arbeit durch den Ausführenden selbst nach festgelegten Regeln.

A 1: Die Ergebnisse von Selbstprüfung können zur Prozeßlenkung (Prozeß) verwendet werden.

A 2: Der "Teil der zur Qualitätslenkung erforderlichen Qualitätsprüfung, der vom Bearbeiter selbst ausgeführt wird" ist nach DIN 55350-17 : 1988-08 zweckbestimmt: Es geht nur um die "zur Qualitätslenkung erforderliche Qualitätsprüfung". Nach DIN EN ISO 8402 ist Selbstprüfung nicht darauf eingeschränkt: Auch nicht zur Qualitätslenkung erforderliche Qualitätsprüfungen sind "Selbstprüfungen", sofern sie der Bearbeiter (der "Ausführende") selbst durchführt.

A 3: Unverändert ist die Notwendigkeit der Unterscheidung der Selbstprüfung von der Selbstlenkung. Darauf wird in DIN EN ISO 8402 nicht hingewiesen.

[DIN 55350-17]:

A 4: Die Selbstprüfung ist zu unterscheiden vom "Teil der Qualitätslenkung, der vom Bearbeiter selbst ausgeführt wird" (operator control), z.B. aufgrund der Selbstprüfung.

A 5: Die Selbstprüfung ist zu unterscheiden von der Eigenprüfung und der Fremdprüfung. Die beiden Begriffe sagen aus, ob die Qualitätsprüfung an einer Einheit durch deren Hersteller oder durch eine externe Stelle ausgeführt wird.

DGQ:

Teil der zur Qualitätslenkung erforderlichen Qualitätsprüfung, der vom Bearbeiter selbst ausgeführt wird.

A 6: Der Teil der Qualitätsprüfung ist meist eine Zwischenprüfung.

A 7: Nach DIN EN ISO 8402 sind alle Qualitätsprüfungen, die vom Bearbeiter nach festgelegten Regeln selbst ausgeführt werden, Selbstprüfungen, auch wenn sie nicht der Qualitätslenkung dienen. Damit ist eine bedeutende Ausweitung des obigen Begriffsinhalts verbunden, insbesondere im Hinblick auf in die Fertigung integrierte Prüfschritte.


Sequentielle Stichprobenprüfung


auch Folge-Stichprobenprüfung

[DIN 55350-31]

Annahmestichprobenprüfung, bei der es im Verlauf der Prüfung von allen vorhergehenden Ergebnissen abhängt, ob jeweils eine weitere Einheit oder Stichprobe heranzuziehen ist.

A: Bei der sequentiellen Stichprobenprüfung ist die Anzahl der heranzuziehenden Einheiten oder Stichproben nicht vorgegeben. In Sonderfällen kann eine Höchstanzahl (siehe Höchstwert) von Einheiten oder Stichproben vorgegeben sein.


Shainin-Methode


siehe statistische Versuchsplanung


Shewhart-Qualitätsregelkarte


[DIN 55350-33]

Qualitätsregelkarte zur Überwachung eines Parameters der Wahrscheinlichkeitsverteilung eines Merkmals, mit dem Zweck festzustellen, ob der Wert des Parameters von einem vorgegebenen Wert abweicht.


Shingo


Null-Fehler-Annäherung


Ship to line


Die Ware wird direkt an die Fertigungslinie transportiert.


Ship to stock


Die Ware wird direkt, d.h. ohne Wareneingangsprüfung in das Lager gebracht.


Shitsuke


Disziplin, siehe auch 5 S.

Standards, Regeln und Vorschriften im Rahmen des Arbeitsprozesses sind unbedingt einzuhalten.


Sicherheit


[DIN EN ISO 8402]

Zustand in dem das Risiko eines Personen- oder Sachschadens auf einen annehmbaren Wert begrenzt ist.

A 1: Sicherheit ist einer der Aspekte der Qualität.

A 2: Die obige Definition gilt für qualitätsbezogene Normen. Im ISO/IEC Guide 2 ist das Wort "Sicherheit" anders definiert.

DGQ:

Das Grenzrisiko nicht überschreitendes Risiko.

A 3: Sicherheit ist demnach ein Begriff, der dem ganzen Risikobereich unterhalb des Grenzrisikos zugeordnet ist, dieses eingeschlossen.

A 4: International gibt es viele unterschiedliche Definitionen für Sicherheit, z.B. in DIN EN ISO 8402:1995, im ISO/ IEC Guide 2 und im ISO/IEC Guide 51. Es wird empfohlen, wo möglich, das hier unter Risiko in sich geschlossene vorgestellte Begriffs-Teilsystem zu verwenden, weil keines der genannten internationalen Teilsysteme gleiche Merkmalsdimensionen und vergleichbare Unterbegriffs-Harmonie aufweist. Näheres in DIN VDE 31000-2:1987-12.

A 5: Unter inhärente Sicherheit versteht man jene Sicherheit, welche die Beschaffenheit oder ein Einzelmerkmal einer Einheit ohne sicherheitstechnische Festlegungen bietet (s. Anm. zu Grenzrisiko).

A 6: "Security" wird zwar oft als Synonym zu "safety" benutzt, kann aber wegen der größeren Anzahl homonymer Bedeutungen leichter mißverstanden werden.


Sicherheitsabstand


[DGQ]

Grenzwertabstand des arithmetischen Mittelwertes minus vorgegebenes Vielfaches der Standardabweichung der Einzelistwert-Verteilung.

A: Mit dem vorgegebenen Vielfachen werden die vermutete oder festgestellte Form der Einzelistwert-Verteilung sowie der Annahmefaktor berücksichtigt. z.B. wird bei Normalverteilung und einem Annahmefaktor 2,0 als "vorgegebenes Vielfaches der Standardabweichung" die zweifache Standardabweichung festgelegt.


Sicherheitsmerkmale


siehe Kontroll-/Sicherheitsmerkmale


Signifikanzniveau


[DGQ]

Für einen statistischen Test vorgegebener Höchstwert für die Wahrscheinlichkeit des Fehlers 1. Art.

A 1: Das Signifikanzniveau wird, wie die Irrtumswahrscheinlichkeit mit "α" bezeichnet.

A 2: Bei Annahmestichprobenprüfung wird das Signifikanzniveau (normelles) "Lieferantenrisiko" genannt.

A 3: "Signifikantes Prüfergebnis" heißt das Ergebnis eines statistischen Tests, bei dem die Nullhypothese verworfen wurde. Als "Kritischer Bereich" wird jener Wertebereich der Prüfgröße (s. Anm. zu Statistischer Test) bezeichnet, in welchem das der Fall ist. Seine Grenzen heißen "Kritischer Wert".


Simulation


Modellhaftes Abbild der Wirkung, mit dem man Wirkungen durchspielen kann, die in der Wirklichkeit entweder zu teuer wären oder zu lange dauern würden. Damit können kritische Situationen gefahrlos und schnell erkannt und vermieden werden.


Simulationstechniken


[QS 9000]

Nachbildung von Teilen oder der Gesamtheit des Systemverhaltens durch Abbildung dieses Systems mittels eines anderen ähnlichen Systems.


Simultaneous Engineering (SE)


Überlappende Produktentwicklung, d.h. die Entwicklung verschiedener Einheiten eines einzigen Endprodukts erfolgt an verschiedenen Stellen, aber zu gleicher Zeit und in ständiger Kommunikation der verschiedenen Stellen zueinander.

Drastische Verkürzung der Entwicklungs- und Bearbeitungszeiten.


oder:

Zeitgleiche, parallele Bearbeitung von aufeinanderfolgenden Arbeitsschritten – Gesamtprozeß von der Idee bis zum ausgelieferten Produkt. Damit können Entwicklungs- und Bearbeitungszeiten drastisch verkürzt und Produkte somit schneller auf den Markt plaziert werden.


Skala


[DIN 55350-12]

Zweckmäßig geordneter Wertebereich eines Merkmals.

A: Zur Festlegung einer Skala gehört auch die Festlegung der zwischen ihren Werten zulässigen Beziehungen und Transformationen.


s-Karte


siehe Standardabweichungskarte


Skip-lot-Stichprobenprüfung


[DGQ]

Annahmestichprobenprüfung, bei der nach festgelegten Regeln durch Verzicht auf die Prüfung eines Teils der vorgestellten Prüflose der Gesamtprüfaufwand vermindert wird.

A 1: Eine Skip-lot-Stichprobenprüfung darf nur unter der Voraussetzung durchgeführt werden, daß hinreichendes Vertrauen in die Qualitätsfähigkeit des Lieferanten besteht. Die fortlaufende Prüfung der Existenz dieser Voraussetzung gehört zu den festgelegten Regeln.

A 2: DIN ISO 2859-3 enthält die festgelegten Regeln für Skip-lot-Stichprobenprüfungen bei Attributprüfung.


Software


[DIN EN ISO 9000-1]

Ein intellektuelles Werk, bestehend aus einer durch ein Trägermedium ausgedrückten Informationen.

A 1: Software gibt es in Form von Entwürfen, Berichten oder Verfahren.

A 2: Ein Rechnerprogramm ist ein spezifisches Beispiel von Software.

DGQ:

Immaterielles Produkt, das als intellektuelles Werk aus einer durch ein Trägermedium ausgedrückten Information besteht, jedoch nicht eine Dienstleistung ist.

A 3: Beispiele sind Protokolle, Entwürfe, Berichte, Bedienungsanleitungen, Anweisungen aller Art, z.B. Verfahrensanweisungen, QM-Verfahrensanweisungen.

[E DIN EN ISO 9000 : 2000-01]

Geistiges Produkt, das aus Informationen auf einem Unterstützungsmedium besteht.

A1: Software kann als Konzept, Vorgang oder Verfahren auftreten.

A2: Ein Rechnerprogramm ist ein Beispiel für Software.


Sollmuster


[DIN 55350-15]

Muster, das den Sollwert eines Qualitätsmerkmals oder die Sollwerte mehrerer Qualitätsmerkmale verkörpert.

A 1: Beispielsweise können für das Qualitätsmerkmal "Farbe" Sollmuster angewendet werden.

DGQ:

A 2: Eine ebenfalls vorkommende Benennung für das Sollmuster ist "Vergleichsmuster". Diese Benennung läßt offen, ob es auch Grenzwerte verkörpert und ob es als Vergleichsgrundlage für den (die) von ihm verkörperten Sollwert(e) (Grenzwert bzw. Grenzwerte) oder als Vergleichsgrundlage für andere Muster dienen soll, beispielsweise für Versuchsmuster oder für die Herstellung weiterer gleichartiger Sollmuster.


Sollwert


[DIN 55350-12]

Wert eines quantitativen Merkmals, von dem die Istwerte dieses Merkmals so wenig wie möglich abweichen sollen.

A 1: Die Abweichungen dürfen im Fall eines zusätzlichen vorgegebenen Toleranzbereichs nicht zur Überschreitung des Höchstwertes oder zur Unterschreitung des Mindestwertes führen.

A 2: Sollwert und Nennwert können zusammenfallen.

A 3: Der Begriff Sollwert ist nur auf die Ergebnisse von Realisierungsverfahren anwendbar, nicht aber auf die Ergebnisse von Ermittlungsverfahren. Ein für ein Meßverfahren vorgegebener richtiger Wert (s. DIN 1319-3) soll daher nicht "Sollwert" genannt werden. Er ist nach DIN 55350-13 Bezugswert für die Feststellung von Ermittlungsabweichungen, nicht Sollwert gemäß der obigen Definition.

DGQ:

A 4: Zu einem Sollwert gehören in vielen Fällen Grenzwerte. Im Fall dieses zusätzlich vorgegebenen Toleranzbereichs dürfen die Abweichungen vom Sollwert nicht zur Überschreitung des Höchstwertes oder zur Unterschreitung des Mindestwertes führen.


Sonderfreigabe


[ISO/TS 16949]

Schriftliche Freigabe durch den Kunden, die immer dann erforderlich ist, wenn ein Produkt oder Prozeß von dem vom Kunden ursprünglich freigegebenen Produkt/Prozeß abweicht.

A: Dies gilt auch für Produkte oder Dienstleistungen, die von Zulieferanten eingekauft werden.

[DIN EN ISO 9000:2000]

Erlaubnis, ein Produkt, das festgelegte Anforderungen nicht erfüllt, zu gebrauchen oder freizugeben.

A: Eine Sonderfreigabe ist üblicherweise auf die Auslieferung eines Produkts beschränkt, das für einen vereinbarten Zeitraum oder eine vereinbarte Menge innerhalb festgelegter Grenzwerte fehlerhafte Merkmale hat.


Sonderfreigabe durch die Entwicklung des Kunden


[QS 9000]

Eine schriftliche Ermächtigung des Kunden, die immer dann erforderlich ist, wenn das Produkt oder der Prozeß von dem gegenwärtigen, vom Kunden freigegebenen Produkt oder Prozeß abweicht. Dies gilt gleichermaßen auch für Produkte einschließlich Dienstleistungen von Unterauftragnehmern.


Sonderfreigabe (nach Realisierung)


[DIN EN ISO 8402]

Schriftliche Ermächtigung, ein Produkt, das die festgelegten Forderungen nicht erfüllt, zu gebrauchen oder freizugeben.

A 1: Eine Sonderfreigabe (nach Realisierung) gilt für eine begrenzte Menge oder Zeitspanne und ist eingeschränkt auf den Versand eines Produkts, das spezifische fehlerhafte Merkmale (mit Werten) innerhalb spezifischer Abweichungen aufweist.

A 2: Die Aufteilung in zwei eigenständige Begriffe von "Sonderfreigabe" erscheint einleuchtend. Bei der praktischen Anwendung ist eine "Sonderfreigabe (vor Realisierung)" jedoch keine Sonderfreigabe, sondern eine Änderung der Qualitätsforderung und damit eine Maßnahme der Qualitätsplanung. Daß zu dieser "Änderung der Qualitätsforderung" über eine festgelegte Zeitspanne oder eine festgelegte Realisierungsmenge entschieden werden muß, erwähnt die Definition zu "production permit" nicht, sondern nur eine Anmerkung. Nur mit solchen quantitativen Festlegungen sind "Sonderfreigaben" dieser Art aber praktisch anwendbar.

DGQ:

Schriftliche Ermächtigung, ein fehlerhaftes Produkt zu gebrauchen oder freizugeben.

A 3: Eine Sonderfreigabe (nach Realisierung) gilt für eine begrenzte Menge oder Zeitspanne und ist eingeschränkt auf Produkte, deren Merkmalswerte für bezeichnete Merkmale innerhalb festgelegter Abweichungen liegen. Die Freigabe kann die Weiterverarbeitung, die Weitergabe, die Lieferung oder den Versand betreffen.

A 4: Bei internen Sonderfreigaben kann die Schriftform durch DV-Eintragungen ersetzt werden.

A 5: Eine verschiedentlich (z.B. in DIN EN ISO 8402:1995) als "Sonderfreigabe (vor Realisierung)" bezeichnete Maßnahme stellt eine befristete Änderung der Qualitätsforderung dar und ist damit ein Element der Qualitätsplanung.

A 6: Mißverständliche Benennungen einer Sonderfreigabe wie "Qualitätszugeständnis", "Prüfausnahme", "Abweichungsgenehmigung", "Risikofreigabe" sollte man vermeiden.

[E DIN EN ISO 9000]

Genehmigung zum Gebrauch oder zur Freigabe eines Produkts, das nicht den festgelegten Forderungen entspricht.

A 1: Eine Sonderfreigabe (nach Realisierung) ist auf die Auslieferung eines Produkts beschränkt, das innerhalb bestimmter Grenzwerte für einen vereinbarten Zeitraum oder eine vereinbarte Menge über bestimmte fehlerhafte Merkmale verfügt.

A 2: Eine Sonderfreigabe (nach Realisierung) wird gewöhnlich als Dokument erteilt, um die Erfordernisse eines Audits zu erfüllen


Sonderfreigabe (vor Realisierung)


[DIN EN ISO 8402]

Vor der Realisierung eines Produkts erteilte schriftliche Ermächtigung, die ursprüngliche Qualitätsforderung nicht zu erfüllen.

A 1: Eine Sonderfreigabe (vor Realisierung) gilt für eine begrenzte Menge oder Zeitspanne und für eine festgelegte Anwendung.

A 2: Die Aufteilung in zwei eigenständige Begriffe von "Sonderfreigabe" erscheint einleuchtend. Bei der praktischen Anwendung ist eine "Sonderfreigabe (vor der Realisierung) jedoch keine Sonderfreigabe, sondern eine Änderung der Qualitätsforderung und damit eine Maßnahme der Qualitätsplanung. Daß zu dieser "Änderung der Qualitätsforderung" über eine festgelegte Zeitspanne oder eine festgelegte Realisierungsmenge entschieden werden muß, erwähnt die Definition zu "production permit" nicht, sondern nur eine Anmerkung. Nur mit solchen quantitativen Festlegungen sind "Sonderfreigaben" dieser Art aber praktisch anwendbar.

[E DIN EN ISO 9000]

Vor der Realisierung eines Produkts erteilte Genehmigung, für eine begrenzte Menge oder Dauer und für einen bestimmten Zweck von einer ursprünglich festgelegten Forderung für das Produkt abzuweichen.


Sonstiges Fehlprodukt


[DGQ]

Fehlprodukt, das nicht in den Definitionsbereich der vorausgehend definierten Fehlprodukte gehört.


Sorgfaltspflicht


[QS 9000]

Vernünftige Sorgfalt, die der Lieferant zum Zeitpunkt der Herstellung oder Entwicklung der Produkte anwendet, damit sichergestellt wird, daß das entwickelte und hergestellte Produkt für den beabsichtigten und vorhersehbaren Zweck für die, die es benutzen können, sicher ist. Darin sind auch der zu erwartende Gebrauch und Gefährdungen durch das Produkt einzubeziehen.


Sortierprüfung


[DGQ]

100%-Prüfung, bei der sämtliche gefundenen fehlerhaften Einheiten aussortiert werden.

A 1: Das Verhältnis der bei einer Sortierprüfung gefundenen zu den vorher im Prüflos vorhandenen fehlerhaften Einheiten bezeichnet man als Sortierwirkungsgrad. Der Sortierwirkungsgrad ist im allgemeinen um so kleiner, je kleiner der Anteil fehlerhafter Einheiten vor der Sortierprüfung ist.

A 2: Kosten einer unplanmäßigen Sortierprüfung sind Fehlerkosten.


Spannenmitte


[DGQ]

Arithmetischer Mittelwert aus kleinstem Einzelistwert und größtem Einzelistwert.


Spannweite


[DGQ]

Größter Einzelistwert minus kleinster Einzelistwert.


Spannweiten-Karte


auch R-Karte

[DIN 55350-33]

Qualitätsregelkarte zur Überwachung der Streuung eines Prozesses anhand der Stichprobenspannweiten.


Spezielle Qualitätsmerkmale


[DIN 55350-18]

Im Sinne der Norm diejenigen Qualitätsmerkmale der Qualitätsforderung, zu denen das Qualitätsprüf-Zertifikat quantitative und/oder qualitative Merkmalswerte enthalten soll.


Spezieller Prozeß


[DGQ]

Prozeß, dessen qualitätsbezogenes Ergebnis durch Qualitätsprüfungen nicht oder nicht in vollem Umfang oder nur mit einem unverhältnismäßig hohem Aufwand festgestellt werden kann.

A: Solche speziellen Prozesse müssen vorab qualifiziert und besonders überwacht werden.


Spezifikation


[DIN EN ISO 9000:2000]

Dokument, das Anforderungen angibt.

A: Eine Spezifikation kann sich beziehen auf Tätigkeiten (z.B. Verfahrensdokument, Prozeßspezifikation und Testspezifikation) oder auf Produkte (z.B. Produktspezifikation, Leistungsspezifikation und Zeichnung).


Spezifische Prüfung


[EN 10204:2004]

Vom Hersteller nach den in der Bestellung vereinbarten technischen Lieferbedingungen und/oder nach amtlichen Vorschriften und den zugehörigen Technischen Regeln durchgeführte Prüfungen, durch die ermittelt werden soll, ob die hergestellten Erzeugnisse den in der Bestellung festgelegten Anforderungen genügen.

Die Prüfungen müssen an den zu liefernden Erzeugnissen oder an Erzeugnissen der Prüfeinheit, von der die Lieferung ein Teil ist, durchgeführt werden. Die Prüfeinheit wird in der Produktnorm, in amtlichen Vorschriften und den zugehörigen Technischen Regeln oder in der Bestellung festgelegt.

A 1: Es kommen Stichprobenprüfungen, Losprüfungen oder 100%-Prüfungen an der tatsächlichen Lieferung in Betracht.

A 2: Der Prüfumfang wird in der jeweiligen Liefervereinbarung bzw. der vereinbarten technischen Lieferbedingung vorgegeben.


Stabiler Prozeß


[QS 9000]

Ein Prozeß, der sich innerhalb der statistischen Kontrolle befindet (= beherrschter Prozeß).


Stabilität


[QS 9000]

Das Fehlen systematischer Streuungseinflüsse; die Eigenschaft, sich innerhalb der statistischen Kontrolle zu befinden (= beherrschter Prozeß).


Standard


Ein Standard beschreibt verständlich eine Vorgehensweise, einen Zustand oder eine Anforderung; er ist Oberbegriff für Anforderung, Regel, Vorschrift, Kriterium, Norm, etc.


Standardabweichung


[DGQ]

Positive Quadratwurzel aus der Varianz.


Standardabweichungskarte


auch s-Karte

[DIN 55350-33]

Qualitätsregelkarte zur Überwachung der Streuung eines Prozesses anhand der Stichprobenstandardabweichungen.


Standardisierte Zufallsgröße


[DGQ]

Zufallsgröße mit dem Erwartungswert Null und der Standardabweichung Eins.

A 1: Hat eine Zufallsgröße X den Erwartungswert μ und die Standardabweichung σ, entsteht die zugehörige standardisierte Zufallsgröße Y durch die lineare Transformation

Y = (X – μ) / σ.

A 2: Die Verteilung der standardisierten Zufallsgröße heißt "standardisierte Verteilung".

A 3: Der Begriff "standardisierte Zufallsgröße" kann verallgemeinert werden im Sinn "Reduzierte Zufallsgröße". Diese ist definiert durch eine lineare Transformation (X–a) / b mit einem Bezugswert a und einer Maßstabskonstanten b.


Ständige Verbesserung


[DIN EN ISO 9000:2000]

Wiederkehrende Tätigkeiten zum Erhöhen der Fähigkeit, Anforderungen zu erfüllen.

A: Der Prozeß des Festlegens von Zielen und des Findens von Verbesserungsmöglichkeiten ist ein ständiger Prozeß durch den Gebrauch von Auditfeststellungen und Auditschlußfolgerungen, Datenanalysen, Bewertungen durch die Leitung oder anderen Mitteln und führt üblicherweise zu Korrekturmaßnahmen oder Vorbeugungs-maßnahmen.


Standort


[ISO/TS 16949]

Standort eines Lieferanten oder Zulieferanten, an dem wertschöpfende Produktionsprozesse ablaufen.

A 1: Bezieht sich auch auf Händler von Teilen/Produkten, die von anderen Unternehmen gefertigt werden.

A 2: Nicht eingeschlossen sind Lieferanten von indirektem Material sowie Fahrzeugmontagewerke.

[QS 9000]

"Standort" wird als Ort eines Lieferanten oder Unterauftragnehmers definiert, an dem wertschöpfende Prozesse durchgeführt werden.

"Standort" schließt auch Handelsgesellschaften ein, die Produkte vertreiben, die von anderen Unternehmen hergestellt wurden. Ausgelagerte Unternehmensbereiche, in denen nur Materialien vor dem weiteren Versand zwischengelagert werden, sind von der Zertifizierung nach QS-9000 ausgenommen. Diese Definition schließt Lieferanten von Rohstoffen bzw. Rohmaterialien oder Fahrzeug-Montagewerke nicht ein. Lieferanten von Schüttgütern oder indirekten Materialien sollten Kontakt zum beschaffenden Bereich des Kunden aufnehmen, damit entschieden werden kann, ob das jeweilige Material als Produktionsmaterial angesehen wird.


Stärke-/Schwäche-Analyse


Anhand ausgesuchter Kriterien werden die Stärken und die Schwächen eines Unternehmens bzw. seiner Produkte relativ zu anderen Wettbewerbern bestimmt und grafisch in einem Stärke-Schwäche-Profil dargestellt.


Statistical Process Control (SPC)


Statistische Prozeßregelung/-lenkung (Regelkartentechnik)

Mit statistischen Methoden wird die Qualitätsprüfung automatisiert vorgenommen und festgestellt, ob festgelegte Werte eines Produktes im geforderten Toleranzbereich liegen, bzw. um nachzuweisen, daß der Prozeß unter beherrschten Bedingungen abläuft und seine Prozeßfähigkeit gegeben ist.


Statistische Kontrolle


[QS 9000]

Der Zustand, der einen Prozeß beschreibt, dessen systematische Einflüsse der Streuung vollständig eliminiert worden sind, so daß nur noch zufallsbedingte Einflüsse übrig bleiben; d.h. die beobachtete Streuung kann einem konstanten System zufälliger Ursachen zugeschrieben werden, was auf der Qualitätsregelkarte durch die Abwesenheit von Punkten außerhalb der Eingriffsgrenzen und die Abwesenheit nicht zufälliger Kurvenverläufe oder Trends innerhalb der Eingriffgrenzen erkennbar ist.


Statistische Methoden


Als Handwerkszeug der Qualitätssicherung existieren eine Reihe von Methoden, Techniken und Prinzipien, die zur Unterstützung bei der systematischen Produktentwicklung, Fehlervermeidung und Problemlösung herangezogen werden können. Sie werden unter dem Oberbegriff des Quality Engineering (QE) zusammengefaßt. Unter ihnen sind:

  • die Planungssystematik Quality Function Deployment (QFD)
  • die Fehler-Möglichkeits- und Einfluß-Analyse (FMEA)
  • die Versuchsplanung (Design of Experiments, DoE)
  • die Statistische Prozeßregelung (SPC)
  • die sieben Grundwerkzeuge der QS (Q 7)

die bekanntesten und wichtigsten. Sie werden bei Bedarf durch weitere, spezielle Techniken ergänzt.


Statistische Prozeßlenkung (SPC)


[DGQ]

Statistische Qualitätslenkung bei Prozessen.

A: Die angloamerikanische Benennung dafür hat die weit verbreitete Abkürzung "SPC" (siehe dazu auch DIN 55350-33).

[QS 9000]:

Beschreibt den Gebrauch von statistischen Methoden wie Qualitätsregelkarten, um den Prozeß oder dessen jeweilige Ergebnisse zu analysieren und angemessene Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Prozeßlenkung und der Verbesserung der Prozeßfähigkeit durchzuführen.


Statistische Qualitätslenkung


[DIN 55350-11]

Derjenige Teil der Qualitätslenkung, bei dem statistische Verfahren eingesetzt werden.

A: Ein spezieller Bereich der statistischen Qualitätslenkung ist die statistische Prozeßlenkung. Siehe auch Qualitätsregelkarte.


Statistische Qualitätsprüfung


[DIN 55350-17]

Qualitätsprüfung, bei der statistische Methoden angewendet werden.

DGQ:

A 1: Insbesondere gehören zur statistischen Qualitätsprüfung die Annahmestichprobenprüfung und die Qualitätsprüfung unter Verwendung von Qualitätsregelkarten.

A 2: Im Gegensatz zur statistischen Qualitätsprüfung werden bei einer 100%-Prüfung alle Einheiten des Prüfloses geprüft.


Statistische Versuchsmethodik (DoE)


[QS 9000]

Versuchsmethodik, die durch Beeinflussung der Prozeßeingangsgrößen für ein besseres Verständnis der Prozeßausgangsgrößen sorgen soll. Versuche im Entwicklungsstadium sind Tests oder Testreihen bei denen mögliche Prozeßeinflußgrößen systematisch variiert und gemäß einer vorgegebenen Versuchstabelle systematisch verändert werden. Die Ergebnisse werden mit Rahmenbedingungen bewertet:

  1. Identifikation der wesentlichen getesteten Einflußgrößen,
  2. Quantifizierung der Effekte in Abhängigkeit der Variation dieser Einflußgrößen in verschiedenen Niveaus,
  3. Erreichen eines besseren Verständnisses des Zusammenwirkens der Einflußgrößen im Prozeß,
  4. Vergleichen der ermittelten Effekte und deren gegenseitigen Wechselwirkungen.

Typische Ansätze zur experimentellen Entwicklung werden als "Klassische Methoden" oder "Taguchi-Methode" bezeichnet.


Statistische Versuchsplanung


[DGQ]

Derjenige Teil der Versuchsplanung, bei dem statistische Verfahren eingesetzt werden.

A 1: "Shainin-Methode" wird eine Strategie der Problemlösung in einer laufenden Fertigung speziell mit Hilfe der statistischen Versuchsmethodik genannt. Sie besteht darin, daß zunächst anhand einfacher Voruntersuchungen, z.B. mittels paarweiser Vergleiche, die Problemschwerpunkte festgestellt werden. Man versucht so, die Anzahl der für das Problem vermutlich verantwortlichen Einflußgrößen zu reduzieren. Es verbleiben k Einflußgrößen. Deren Wirkung werden in einem vollständigen faktoriellen Versuchsplan 2k untersucht.

A 2: "Taguchi-Methode" wird eine spezielle Strategie der Entwicklung robuster Produkte mit Hilfe der statistischen Versuchsmethodik genannt. Die in eine Untersuchung einbezogenen Einflußgrößen werden einer von zwei Gruppen zugeordnet, den sogenannten "Konzeptfaktoren" und den "Rauschfaktoren". Ziel des Versuchs ist die Ermittlung derjenigen Faktor-Stufen-Kombination der Konzeptfaktoren, die am robustesten gegenüber den Rauschfaktoren und ihren Schwankungen sind (z.B. gegenüber der Umgebungstemperatur). Als Versuchspläne werden in erster Linie (modifizierte) fraktionelle faktorelle Versuchspläne und Placket-Burman-Versuchspläne verwendet.

[ISO/TS 16949]

Eine experimentelle Technik, die zur Variation von Prozeßvorgaben mit dem Ziel verwendet wird, deren Wirkung auf die Prozeßergebnisse besser zu verstehen.

Beispiel: klassische Versuchsplanung und Taguchi

A 1: Ein Experiment in diesem Sinne ist ein Versuch oder eine Versuchsreihe, in der potentiell einflußnehmende Prozeßvariablen entsprechend einer vorgegebenen Matrix systematisch verändert werden.

A 2: Die Auswirkungen werden unter unterschiedlichen Bedingungen bewertet, um

  1. die einflußnehmende unter allen getesteten Variablen zu bestimmen,
  2. die Auswirkungen insgesamt zu quantifizieren,
  3. die kausalen Zusammenhänge im Prozeß besser zu verstehen und
  4. die Aus- und Wechselwirkungen zu vergleichen.

Statistischer Anteilsbereich


[DGQ]

Aus Stichprobenergebnissen berechneter Schätzbereich, der mindestens den festgelegten Anteil der Wahrscheinlichkeitsverteilung auf dem vorgegebenen Vertrauensniveau einschließt.

A 1: Der festgelegte Anteil wird mit 1 - γ bezeichnet.

A 2: Es ist anzugeben, welche Wahrscheinlichkeitsverteilung als Modell vorausgesetzt wurde, auch wenn es – wie vielfach üblich – die Normalverteilung ist. In besonderen Fällen läßt sich ein "Verteilungsfreier statistischer Anteilsbereich" errechnen.

A 3: Sind sowohl die untere als auch die obere Anteilgrenze als Zufallsgrößen festgelegt (s. Anm. zu Anteilsgrenze), wird ein "Zweiseitig abgegrenzter statistischer Anteilsbereich" errechnet. Ist eine der Anteilsgrenzen nicht Zufallsgröße, sondern als kleinst- oder größtmöglicher endlicher oder unendlicher wahrer Wert bekannt und festgelegt, wird ein "Einseitig abgegrenzter statistischer Anteilsbereich" errechnet.

A 4: Die aus einer längeren Folge von Stichproben errechneten statistischen Anteilsbereiche schließen Anteile der Grundgesamtheit, die den festgelegten Anteil mindestens erreichen, mit einer Häufigkeit ein, die annähernd so groß wie oder größer als das Vertrauensniveau ist.

A 5: Die frühere Benennung "Statistischer Toleranzbereich" (statistical tolerance intervall) ist nicht empfehlenswert. Sie führt zu Verwechslungen mit abgestuften Grenzwerten, weil sie mit dem Wortbestandteil "Toleranzbereich" den Anschein erweckt, vorgegebene Grenzwerte zu bezeichnen. Der statistische Anteilsbereich ist jedoch ein Ermittlungsergebnis.


Statistischer Test


[DGQ]

Unter festgelegten Voraussetzungen geltendes Verfahren, um mit Hilfe von Stichprobenergebnissen festzustellen, ob die unbekannte wahre Wahrscheinlichkeitsverteilung zur Nullhypthese oder zur Alternativhypothese gehört.

A 1: Die drei Entscheidungen über die festzulegenden Voraussetzungen (siehe Anm. 2 bis 4) sind maßgeblich für das Ergebnis des statistischen Tests. Diese Entscheidungen sind deshalb mit angemessener und zumutbarer Sorgfalt zu treffen,

A 2: Die erste Entscheidung betrifft die Menge der insgesamt für die Nullhypothese und die Alternativhypothese zugelassenen Wahrscheinlichlkeitsverteilungen. Sie ist unter Berücksichtigung aller Informationen zu treffen. Diejenigen Wahrscheinlichkeitsverteilungen, welche aufgrund der zu prüfenden Vermutung wahr sein könnten, werden für die Alternativhypothese ausgewählt, die verbleibenden Wahrscheinlichkeitsverteilungen, die den Vermutungen entgegenstehen, für die Nullhypothese. Dies bedeutet, daß die Erwartung oder Befürchtung, die Gegenstand des statistischen Tests ist, als Alternativhypothese formuliert werden muß. Oft lassen sich dabei die Menge der zugelassenen Wahrscheinlichkeitsverteilungen und demzufolge auch Alternativhypothese und Nullhypothese durch Angabe der Werte der zu den Verteilungen gehörenden Parameter festlegen.

A 3: Die zweite Entscheidung ist die Festlegung des Signifikanzniveaus, also des Höchstwertes für die Wahrscheinlichkeit des Fehlers 1. Art. Für diese zuweilen sehr schwerwiegende Entscheidung ist die Bedeutung des Prüfergebnisses maßgebend. Je größer dessen Bedeutung ist, um so kleiner wird das Signifikanzniveau gewählt.

A 4: Die dritte Entscheidung ist die Festlegung der Wahrscheinlichkeit des Fehlers 2. Art und damit des Trennver-mögens der Operationscharakteristik des statistischen Tests (s. Anm. zu Fehler 2. Art). Hiermit wird der für den statistischen Test erforderliche Stichprobenumfang festgelegt.

A 5: Die Prüfgröße, mit deren Werten festgestellt wird, ob die wahre Wahrscheinlichkeitsverteilung zur Nullhypothese gehört oder nicht, ist als Kenngröße eine Funktion der Istwerte aus der Stichprobe und daher eine Zufallsgröße. Deshalb kann das Prüfergebnis einen Fehler 1. Art oder einen Fehler 2. Art haben.

A 6: Das Ergebnis des statistischen Test kann außerdem wegen eines Fehlers im Ansatz fehlerhaft sein. Ein solcher Fehler im Ansatz würde die Ergebnisse der Entscheidungen zum Fehler 1. Art (s. Anm. 3) und zum Fehler 2. Art (s. Anm. 4) in unbekannter Weise verändern.

A 7: Praktisch wichtige statistische Tests sind in der Normenserie DIN 55350 vereinheitlicht und mit Formblättern leicht handhabbar gemacht.


Stellenbeschreibung


Ist ein Dokument, welches die Ziele, Aufträge und Aufgaben einer Funktion innerhalb der Organisation beschreibt.


Stichprobe


[DIN 55350-14]

Eine oder mehrere Einheiten, die aus der Grundgesamtheit oder aus Teilgesamtheiten entnommen sind.

A 1: Die Einheiten können beispielsweise Einheiten nach: Natürliche Einheit, Massenguteinheit, Endlosguteinheit, Packungseinheit und Transporteinheit sein.

A 2: Die Benennung "Stichprobe" stammt ursprünglich von jenem "Stich", mit dem man aus einer Massenguteinheit eine Probe entnahm, und wurde später auch bei Proben verwendet, die auf andere Weise der Grundgesamtheit entnommen werden; man spricht beispielsweise von Stichproben in der amtlichen Statistik, in der Qualitätssicherung usw. Dagegen wird die Benennung "Probe" heute vorwiegend bei Massengütern verwendet.

A 3: Häufig werden anstatt der Einheiten der Stichprobe auch die an diesen Einheiten festgestellten Merkmalswerte als Stichprobe bezeichnet. Dabei kann sich die Anzahl der Merkmalswerte von der Anzahl der Stichprobeneinheiten unterscheiden

DGQ:

A 4: Zweck der Stichprobe ist es, Kenntnisse über eine Grundgesamtheit oder über eine Teilgesamtheit zu gewinnen. Die Grundgesamtheit kann z.B. ein Prüflos sein.

A 5: Die entnommenen Einheiten sind meist Auswahleinheiten.

A 6: Zur besseren Gliederung der Methoden der Probenahme kann für einen überschaubaren Bereich (beispielsweise für das Qualitätsmanagement)

- die Benennung "Probe" auf eine einzige Auswahleinheit (vorwiegend bei Massenguteinheiten und

- die Benennung "Stichprobe" auf mindestens zwei Auswahleinheiten festgelegt werden.


Stichprobenanweisung


[DIN 55350-31]

Anweisung über den Umfang der zu entnehmenden Stichprobe(n) sowie über die Prüfmerkmale (Kriterien) für die Feststellung der Annehmbarkeit der Prüfloses.

A 1: Als Kriterien dienen z.B. Annahmezahlen und Rückweisezahlen. Siehe auch Anm. zu Prüfmerkmal.

A 2: Die Stichprobenanweisung enthält nicht die Anweisung zur Stichprobenentnahme.

DGQ:

A 3: Die Stichprobenanweisung ist um ein festgelegtes Verfahren zur Entnahme der Stichprobe aus dem Prüflos zu ergänzen ("Stichprobenentnahme").


Stichprobeneinheit


[DIN 55350-14]

Auswahleinheit, die in die Stichprobe gelangt ist.


Stichprobenentnahme


siehe Probenahme


Stichprobenexzeß


[DGQ]

Stichprobenkurtosis minus Drei.

A: Wenn keine Verwechslung zu befürchten ist, kann der Stichprobenexzeß kurz als "Exzeß" bezeichnet werden.


Stichprobenkurtosis


[DGQ]

Arithmetischer Mittelwert der vierten Potenz der standardisierten Istwerte.

A: Wenn keine Verwechslung zu befürchten ist, kann die Stichprobenkurtosis kurz als "Kurtosis" bezeichnet werden.


Stichprobenmedian


[DGQ]

Unter den n nach nicht absteigendem Zahlenwert geordneten und mit 1 bis n numerierten Istwerten bei ungeradem n der Istwert mit der Nummer (n + 1)/2, bei geradem n ein Wert zwischen den Istwerten mit der Nummer n/2 und (n/2) + 1, für den bei Abwesenheit anderer Ermittlungsregeln üblicherweise der arithmetische Mittelwert dieser beiden Istwerte eingesetzt wird.


Stichprobenplan


[DIN 55350-31]

Zusammenstellung von Stichprobenanweisungen nach übergeordneten Gesichtspunkten, die sich aus dem Stichprobensystem ergeben, mit Regeln für den Verfahrenswechsel (s. Anm. zu Stichprobensystem).

A 1: Als übergeordneter Gesichtspunkt dient vorwiegend die annehmbare Qualitätsgrenzlage. Auch die rückzuwei-sende Qualitätsgrenzlage oder der maximale Durchschlupf kommen als übergeordneter Gesichtspunkt in Frage.

DGQ:

A 2: In den Stichprobentabellen nach DIN ISO 2859-1 werden im deutschen Sprachraum die zu einer vorgegebenen annehmbaren Qualitätsgrenzlage (AQL) gehörigen Stichprobenanweisungen einer Tabellenspalte als "Stichprobenplan" bezeichnet, wobei die Regeln für den Verfahrenswechsel jeweils als gedanklich einbezogen gelten.


Stichprobenprüfung


Unter Stichprobenprüfung versteht man die Überprüfung eines repräsentativen Anteils von Einheiten aus der betrachteten Grundgesamtheit in Bezug auf die vorgegebenen Prüfmerkmale. Aufgrund der Ergebnisse der Stichprobenprüfung wird auf die qualitative Beschaffenheit der Grundgesamtheit geschlossen.


Stichprobenschiefe


[DGQ]

Arithmetischer Mittelwert der dritten Potenz der standardisierten Istwerte.

A: Wenn keine Verwechslung zu befürchten ist, kann die Stichprobenschiefe kurz als "Schiefe" bezeichnet werden.


Stichproben-Standardabweichung


[DGQ]

Positive Quadratwurzel aus der Stichprobenvarianz.

A 1: Die Stichproben-Standardabweichung ist die gebräuchlichste quantitative Angabe zur Streuung.

A 2: Wenn keine Verwechslung zu befürchten ist, kann die Stichproben-Standardabweichung kurz als "Standardabweichung" benannt werden.

A 3: Die Standardabweichung einer Schätzfunktion wurde bisher auch "Standardfehler" genannt. Von der Benutzung dieser Benennung wird wegen des Fehlerbegriffs und im Hinblick darauf abgeraten, daß die Benennung aus der Zeit stammt, als die Meßabweichung (vor 1983) noch die genormte Bezeichnung "Fehler" hatte.

A 4: Die Benennung "Mittlere quadratische Abweichung" für die Standardabweichung ist falsch, weil bei der mittleren quadratischen Abweichung die Summe der Quadrate der Abweichungen vom arithmetischen Mittelwert durch n dividiert wird, bei der Standardabweichung aber durch (n–1). Die "mittlere quadratische Abweichung" ist das zentrale Stichprobenmoment der Ordnung 2.


Stichprobensystem


[DIN 55350-31]

Zusammenstellung von Stichprobenplänen mit regeln für ihre Anwendung.

A 1: Beispielsweise wird durch solche Regeln festgelegt, wann und unter welchen Umständen von normaler Prüfung auf verschärfte Prüfung übergegangen werden muß und umgekehrt.

DGQ:

Zusammenstellung von Stichprobenanweisungen oder von Stichprobenplänen mit Regeln für die Anwendung.

A 2: Beispiele für Stichprobensysteme sind diejenigen nach DIN ISO 2859-1, DIN ISO 2859-2 und DIN ISO 2859-3 sowie nach ISO/DIS 8422 (Sequentielle Stichprobenprüfungen anhand qualitativer Merkmale).

A 3: Beispiel für eine Anwendungsregel ist der Verfahrenswechsel. Er regelt z.B., wann und unter welchen Umständen von normaler Prüfung auf verschärfte Prüfung übergegangen werden muß bzw. von normaler auf reduzierte Prüfung übergangen werden darf und umgekehrt.

A 4: Ein weiteres Beispiel für eine Anwendungsregel ist das als Eingangsvoraussetzung abhängig von angegebenen Randbedingungen zu wählende Prüfniveau. Es betrifft das Trennvermögen der zunächst zu verwendenden Stichprobenanweisung.


Stichprobenumfang


[DIN 55350-14]

Anzahl der Auswahleinheiten in der Stichprobe.

A: Häufig werden anstatt der Einheiten der Stichprobe auch die an diesen Einheiten festgestellten Merkmalswerte (siehe Ermittlungsergebnis) als Stichprobe bezeichnet. Das kann beim Stichprobenumfang zu Verwechslungen führen, denn die Anzahl der Merkmalswerte kann sich von der Anzahl der Stichprobeneinheiten unterscheiden.


Stichprobenvarianz


[DGQ]

Summe der Quadrate der Abweichungen der Istwerte von ihrem arithmetischen Mittelwert dividiert durch die um Eins verminderte Anzahl der Istwerte.

A 1: Die Stichprobenvarianz ist ein erwartungstreuer Schätzwert für die Varianz σ 2 der Grundgesamtheit, aus der die Stichprobe entnommen wurde. Die Grundformel lautet

 n 
σ 2 = 1 / (n-1) · (xix) 2
 i=1 

A 2: Falls ein Rechengerät zur Verfügung steht, bilde man mit dem ersten ermittelten Stichprobenwert x1 über alle i von 1 bis n die Summe

S1 = (xi – x1) und S2 = (xi – x1) 2

und errechne damit σ 2 = (S2 – S1 2) / (n-1).


Stichproben-Variationskoeffizient


[DGQ]

Stichproben-Standardabweichung dividiert durch den Betrag des arithmetischen Mittelwertes.

A 1: Der Stichproben-Variationskoeffizient wird häufig in Prozent ausgedrückt.

A 2: Der Stichproben-Variationskoeffizient sollte nicht "Relative Standardabweichung" genannt werden. Diese Bezeichnung ist zutreffend, wenn die Standardabweichung auf andere Werte bezogen wird als auf den Betrag des Mittelwertes, z.B. auf einen vorgegebenen Wert oder Bereich.

A 3: Ist der Mittelwert sehr klein gegen die Standardabweichung, z.B. bei einer Unsymmetriegröße (siehe Anm. zu zentrierte Zufallsgröße), dann ist die Angabe des Stichproben-Variationskoeffizienten sinnlos. Oft interessiert dann die Abweichung des arithmetischen Mittelwerts vom Bezugswert Null in Einheiten der Standardabweichung, also der Kehrwerte des Stichproben-Variationskoeffizienten.

A 4: Sind Verwechslungen nicht zu befürchten, kann der Stichproben-Variationskoeffizient kurz als "Variationskoeffizient" bezeichnet werden.


Stimme des Kunden


[QS 9000]

Rückkopplung vom Kunden sowohl positiv als auch negativ einschließlich Abneigungen, Probleme, Vorschläge und positive Aspekte.


Stimme des Prozesses


[QS 9000]

Statistische Daten liefern eine Rückkopplung für die Mitarbeiter im Prozeß, um Entscheidungen bezüglich Prozeßstabilität und -Fähigkeit einzuleiten. Diese Daten sind ein Werkzeug zur ständigen Verbesserung.


Störung


[DGQ]

Fehlende, fehlerhafte oder unvollständige Erfüllung einer geforderten Funktion durch die Einheit.

A 1: Eine Störung ist ein Zustand. Die Zeitspanne dieses Zustandes heißt "Störungsdauer". Sie darf nicht "Ausfalldauer" genannt werden. Der Ausfall ist ein Ereignis.

A 2: Der Begriff Störung enthält keine Wertung der Störung im Rahmen einer Zuverlässigkeitsbetrachtung. Er sagt auch nichts darüber aus, ob die Störungsursache zugelassen ist oder nicht.

A 3: Auch eine vorübergehende Beeinträchtigung der Funktionserfüllung kann eine Störung sein.


Streudiagramm


siehe Korrelationsdiagramm

Darstellung des Zusammenhangs zwischen zwei Faktoren.


Streugrenze


[DGQ]

Obere oder untere Grenze des Zufallsstreubereichs.


Streuung


[DGQ]

Qualitative Bezeichnung für das Abweichungsverhalten von Merkmalswerten.

A: Quantitative Angaben zur Streuung sind beispielsweise Varianz, Standardabweichung, Spannweite.


Striving for Excellence


Anstreben qualitätsbezogener Spitzenleistung mit den eigenen Angebotsprodukten.


Striving for Leadership


Anstreben qualitätsbezogener Führerschaft mit den eigenen Angebotsprodukten.


Stückprüfung


siehe Hundert-Prozent-Prüfung


Summierte Besetzungszahl


[DGQ]

Anzahl der Einzelistwerte, die eine Klassengrenze nicht überschreiten.


Supply Chain Management


Supply Chain Management umfaßt alle Funktionen und Prozesse, die zur Erzeugung und Verteilung der zu erstellenden Produkte oder Dienstleistungen erforderlich sind.


System


[DIN EN ISO 9000:2000]

Satz von in Wechselbeziehung oder Wechselwirkung stehenden Elementen.

oder

Ein System ist eine funktionale Einheit, die eine Funktion des Endproduktes wahrnimmt und deren Elemente logisch und physikalisch mit begrenzter Austauschbarkeit zusammengehören, wie ABS-System, Schiebedach oder Klimaanlage.


Systematische Ergebnisabweichung


[DIN 55350-13]

Bestandteil der Ergebnisabweichung, der im Verlauf mehrerer Feststellungen konstant bleibt oder sich in einer vorhersehbaren Weise ändert.

A: Systematische Ergebnisabweichungen und ihre Ursachen können bekannt oder unbekannt sein.


Systematische Meßabweichung


[DGQ]

Abweichung des Erwartungswertes des (unberichtigten) Meßergebnisses vom wahren Wert.

A 1: Demnach ist die systematische Meßabweichung derjenige Bestandteil der Meßabweichung, der im Verlauf mehrerer Einzelergebnisse konstant bleibt oder sich gesetzmäßig ändert (nicht zufällig).

A 2: Der wahre Wert als Bezugswert wird in der Praxis üblicherweise ersetzt durch den richtigen Wert.

A 3: In spezieller Anwendung auf Meßergebnisse ist der Erwartungswert des (unberichtigten) Meßergebnisses definiert als "das mittlere Meßergebnis, das aus der unablässig wiederholten Anwendung des unter vorgegebenen Bedingungen praktizierten Meßverfahrens gewonnen werden könnte" (unendliche Wiederholmeßreihe). Dieser Erwartungswert wird in der Praxis üblicherweise ersetzt durch den arithmetischen Mittelwert einer ausgeführten (endlichen) Wiederholmeßreihe.

A 4: Sowohl die systematischen Meßabweichungen selbst als auch die Ursachen können bekannt oder unbekannt sein. Oft kann zwischen einem bekannten und einem unbekannten Anteil der systematischen Meßabweichung unterschieden werden.

A 5: Bekannte systematische Meßabweichungen werden in der Regel mit umgekehrtem Vorzeichen als Korrektion im Meßergebnis berücksichtigt, unbekannte systematische Meßabweichungen werden abgeschätzt und als "Komponente der unbekannten systematischen Meßabweichungen" in die Meßunsicherheit einbezogen. Siehe auch Anm. zu Meßunsicherheit.


Systematische Probenahme


[DIN 55350-14]

Probenahme, bei der die Auswahleinheiten aufgrund einer systematischen Auswahlmethode in die Stichprobe gelangt.

A 1: Beispielsweise kann man bei numerierten Einheiten nach bestimmten Schlußziffern, bei Namen nach bestimmten Anfangsbuchstaben, bei Personen nach bestimmten Geburtstagen auswählen.

DGQ:

A 2: Beispielsweise gelangen

  • bei numerierten Auswahleinheiten solche mit einer vorgegebenen Schlußziffer oder solche in vorgegebenen Abständen (siehe Definition und Anm. zu Periodische systematische Probenahme),
  • bei Auswahleinheiten mit einem Namen solche mit einem vorgegebenen Anfangsbuchstaben,
  • bei Personen als Auswahleinheiten solche mit einem vorgegebenen Geburtstag

in die Stichprobe.

A 3: Eine systematische Probenahme wird zur Erzielung einer Stichprobe angewendet, die bezüglich des in der nachfolgenden Untersuchung betrachteten Merkmals die Grundgesamtheit oder Teilgesamtheit widerspiegelt, aus der sie entnommen ist. Vorausgesetzt wird also, daß die Merkmale für die systematische Auswahl weder die in der Untersuchung zu betrachtenden Merkmale noch mit diesen korreliert sind (s. Korrelation).


Systematischer Einfluß


[QS 9000]

Eine unregelmäßig auftretende Streuungsursache, die oft nicht vorhersagbar ist und instabiles Verhalten zeigt. Manchmal auch als nicht zufällig (bestimmbar) zugewiesene Ursache bezeichnet. Dieser Einfluß macht sich beispielsweise durch einen Punkt außerhalb der Eingriffsgrenzen oder durch eine Folge oder andere nicht zufällige Muster von Punkten innerhalb der Eingriffsgrenzen bemerkbar.


System-Audit


siehe Qualitätsauditarten


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